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  • Sascha Thole

Vom Knipsen zum Fotografieren

in diesem ersten Blogpost möchte ich dich mit auf eine kleine Reise in die Vergangenheit nehmen und dich im Schnelldurchlauf auch wieder ins Hier und Jetzt zurückbringen. Wenn du dich dafür interessierst, wie ich zur Fotografie kam, welche klassischen Fehler ich gemacht habe und noch immer mache und wieso ich mich so in die Fotografie verliebt habe, dann bist du hier genau richtig! Wenn du gerade am Anfang stehst, dann ist dieser Blogpost vermutlich ebenso für dich interessant.


Wie ich bereits unter dem Reiter "über mich" erzählt habe, fing alles mit einer alten, ausgesonderten Digitalkamera meiner Cousine an. Aber eigentlich stimmt das nur bedingt, denn die Initialzündung fand noch eher statt. Nämlich mit meinem mittlerweile nicht mehr existenten Instagram-Account, auf dem ich alter Poser am laufenden Bande Fitnesscontent zusammen mit meiner Freundin Anni produziert habe. Wir versuchten stets coole Locations zu finden, gutes Licht zu finden ("anaboles" Licht natürlich :-D), spektakuläre akrobatische Moves einzufangen und die Bilder mittels Snapseed (kleine App-Empfehlung für Laien) cool nachzubearbeiten. Also eigentlich all das zu tun, was ich heute auch tue- nur mit deutlich weniger Bildqualität und Erfahrung. Schon zu dieser Zeit sagte ich meiner Freundin, dass ich echt gerne eine gute Kamera hätte, aber als durchgehend broker Student und ohne Ahnung von der Fotografie, musste sich wohl erst die passende Gelegenheit ergeben. Und hier kommt dann auch meine Cousine ins Spiel.



Die Fotografie stand ja schon vor meiner Tür und klopfte an, aber ich ließ sie nicht herein


Es klingt vielleicht pathetisch, aber ich kann wirklich wirklich sagen, dass dieser Tag mein Leben und mich nachhaltig verändert hat. Meine Cousine fotografierte damals mit einer Canon 1100d und ich fragte sie, ob sie nicht Lust habe, mit mir neuen Fitness-Content zu produzieren. Gefragt, getan. Aber sie erschien nicht mit ihrer 1100d, sondern mit einer neueren 200d. Wir haben tolle Fotos gemacht und im Anschluss bot sie mir an, dass ich ja ihre alte Kamera ausprobieren könne. Oh mein Gott- verdammt ja! Unbedingt! Dass ich ihr die Kamera abkaufen würde, war mir von der ersten Sekunde an klar.


Tutorials, Tutorials und noch mehr Tutorials


Ich weiß ja nicht wie ihr das so macht, wenn ihr etwas Neues lernen wollt, aber ich setze mich hin und schaue mir jedes (wirklich jedes!) Video auf YouTube an, das ich finden kann, durchstöbere jeden Blog und jedes Forum. Wer das erste Mal eine Digitalkamera in der Hand hält, der ist zwangsläufig überfordert. Hier ein Knopf, da eine Zahl, Iso, AF, Rädchen hier und Rädchen da. Von wegen, als Fotograf drückt man ja nur "n Köpfchen". Ausprobieren, verhauen, nochmal ausprobieren, wieder verhauen und so weiter. "Mist, sogar mein Handy macht bessere Fotos als diese Kamera" denken und trotzdem dran bleiben. An dieser Stelle kann ich jedem Anfänger den "Crashkurs Fotografie" von Krolop und Gerst nur wärmstens empfehlen! Den verlinke ich euch hier direkt:



Anni im Wunderland und der Fotografie-Dunning-Kruger-Effekt


Nachdem ich mich mit den grundlegenden Einstellungen und Parametern der digitalen Fotografie, wer das Video gesehen hat, der weiß, dass ich hier von der ISO, der Blende und der Verschlusszeit spreche, vertraut gemacht habe, wollte ich sofort "shooten" gehen. Und natürlich musste meine Freundin als Model herhalten. Unser erstes Shooting fand in einem Wald statt (dumme Idee für einen Anfänger :-D ). Es hat super viel Spaß gemacht und die Bilder hatten einen leicht märchenhaften Touch, auf den ich echt stolz war. Und jetzt ma Butter bei die Fische: ich dachte wirklich, dass die Bilder Profi-Niveau haben. Haha. Ich war so geflasht davon, dass ich es geschafft hatte, scharfe und einigermaßen korrekt belichtete Bilder zu schießen, die natürlich deutlich geiler aussahen, als die Bilder meiner Handykamera, dass mir allein diese Tatsache ein überragendes Gefühl gegeben hat. Falls du selber fotografierst, wirst du vermutlich wissen, wovon ich spreche: Der Fotografie-Dunning-Kruger-Effekt. Zum Glück wird man hier schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht: du bist ein absoluter Anfänger- sieh es ein Junge! Willst du mein aller erstes "Portrait" sehen? Bist du sicher? Na gut, hier ist das Prachtstück:


(mein aller erstes Portrait mit der Canon 1100d und dem Kitobjektiv)



Mein erstes Objektiv. Das 50mm f.1,8. Kleiner Preis, großer Fortschritt


Dass ich mit dem Kitobjektiv (so nennt man übrigens das Objektiv, das meistens beim Kamerakauf dabei ist) nicht lange glücklich sein kann, war mir spätestens nach diesem ersten Shooting klar. Ich will diesen geilen unscharfen Hintergrund- nur wie? Wenn du, so wie ich damals, kaum Geld zur Verfügung hast, dann solltest du zum Dauerbrenner greifen: dem 50mm Festbrennweitenobjektiv mit einer 1,8er Blende. Für ca. 100€ gibt es ein Objektiv, das gegenüber dem Kitobjektiv deutlich lichtstärker und schärfer ist. Außerdem verzerrt es kaum (50mm bilden das Foto von den Proportionen her sehr realitätsnah ab). Durch die große Blende von f1,8 gelingt es dir, dein Model "freizustellen", d.h. dass das Motiv scharf ist und der Hintergrund verschwimmt. Tolle Sache!


Ganze 2 Jahre habe ich mit diesem Objektiv fotografiert und der riesige Vorteil hierbei ist, dass du nicht zoomen kannst. HÄ? Was soll daran denn toll sein? Was sich erstmal wie ein Nachteil anhört, hat mir enorm geholfen, Perspektive und Bildgestaltung zu lernen. Du wirst gezwungen, dich zu bewegen, Lösungen zu finden, den Bildausschnitt bewusst zu wählen und musst dich nicht um den Zusammenhang von Brennweite und Verschlusszeit sorgen. Deshalb hier ein kleiner Tipp von mir: Kauft euch einfach eine Kamera ohne Kitobjektiv und steckt das gesparte Geld gleich in das 50mm (sofern euer Ziel die Portraitfotografie ist). Hier eins der ersten Testbilder, die ich mit diesem Objektiv gemacht habe:

(das Motiv ist super scharf, der Hintergrund komplett unscharf)


"Manchmal hat es mich total runtergezogen, wenn meine Modelle die Bilder nicht gepostet haben"


Nun hatte ich endlich die Ausrüstung, die ich brauchte, um tolle Portraits schießen zu können. Was mir noch fehlte, war Übung und Erfahrung. Denn: eine gute Pfanne, macht keinen guten Koch aus dir! Ich nutzte jede freie Minute um zu üben. Fragte bei allen möglichen Menschen an, ob ich sie fotografieren darf. Vielen Dank an dieser Stelle an all die Leute, die sich vor meine Linse gestellt haben, obwohl ich noch lange nicht immer zufriedenstellende Ergebnisse liefern konnte. Manchmal hat es mich total runtergezogen, wenn meine Modelle die Bilder nicht gepostet haben. Heute weiß ich, dass ich es ihnen absolut nicht verdenken kann :-D. Ich bin wirklich dankbar für eure Bereitschaft und die Möglichkeit, dass ich an euch trainieren durfte. Von diesen Menschen nehme ich heute keinen Cent für meine Arbeit.



Fortgeschrittener Anfänger


Wer einmal in die Fotografie eintaucht, der wird merken, dass er im Marianengraben taucht. Ich bin zwar sehr zufrieden mit meiner Portrait- und Peoplefotografie, aber ich würde mich maximal als fortgeschrittenen Anfänger bezeichnen. Es gibt so unglaublich viel zu lernen. Neben anderen Bereichen wie der Landschaftsfotografie, der Produktfotografie, der Architektur-, Street-, Akt-, Event- und Businessfotografie, gibt es noch so viele Dinge in den Bereichen der Nachbearbeitungsprogramme, der Licht- und Studiotechnik u.v.m., die ich nicht annähernd so gut beherrsche, wie die Portraitfotografie. Man kann unglaublich viel Zeit, Geld und Herz in die Fotografie stecken. Niemand kann alles beherrschen. Wichtig: Man sollte sich stets als Anfänger sehen, um wachsen zu können. Außerdem hilft es, sich mit Gleichgesinnten zu umgeben. Der eine kann dies, der andere kann das. Lernt voneinander und miteinander. Ich bin erst letzte Woche mit einem super talentiertem und erfahrenem Landschaftsfotografen unterwegs gewesen (Instagram: @talkes) und musste feststellen, dass er einfach einen viel erfahreneren Blick für coole Landschaftsperspektiven hat, als ich.



"Die Vorstellung, dass ich derjenige hätte sein können, der einem Brautpaar nicht die Fotos liefern kann, die sie verdienen, hat mich verrückt gemacht".

Vom Hobby- zum leidenschaftlichen Profifotografen


Wenn ich das Wort Profi nutze, dann meine ich damit selbstverständlich nicht, dass ich mich für den Lionel Messi der Fotografie halte, sondern, dass ich mich nun mehr als bereit dafür fühle, fotografische Dienstleistungen professionell und zuverlässig anbieten zu können. Viele Fotograf*innen gehen diesen Schritt deutlich früher, als ich ihn getan habe. Und nicht selten kommt es dann zu riesigem Ärger, wenn die Ergebnisse nicht dem entsprechen, was vom Kunden erwartet wird. Abzuwarten, bis ich wirklich bereit bin, entspricht meinem besonders harmoniebedürftigem Naturell. Ich habe schon vor über einem Jahr Anfragen für Hochzeiten, Babybauchshootings und Produktshootings erhalten, mich aber noch nicht bereit genug gefühlt. Ich bin kein "Draufgänger" und neige eher dazu, mein tatsächliches Level zu unterschätzen, als mich zu überschätzen und Dinge einfach blind "mal zu machen". Ein in die Hose gegangenes Portraitshooting kann ich wiederholen, eine Hochzeit hingegen nicht. Die Vorstellung, dass ich derjenige hätte sein können, der einem Brautpaar nicht die Fotos liefern kann, die sie verdienen, hat mich verrückt gemacht. Deshalb wartete ich, übte weiter, sparte. Als mit der Zeit immer öfter Anfragen kamen und ich mit voller Überzeugung sagen konnte: Jap, egal wie und unter welchen Bedingungen auch immer, ich kann geile Fotos machen", machte ich endlich "Nägel mit Köpfen". Ich nahm eine Menge Geld in die Hand, kaufte mir Profi-Equipment, das mir die Arbeit in schlechten Lichtsituationen erleichtert und meldete mein Gewerbe an.



kontraSTblick - meine Marke


Ich bin unglaublich froh und stolz, dass ich diesen Schritt nun gegangen bin. Ich habe noch nie einen so positiven Blick in die Zukunft gehabt. Kurze Zeit, nachdem ich diese Website veröffentlicht habe und meiner Instagram Community sowie meiner Familie und meinen Freunden mein Vorhaben vorgestellt habe, haben sich bereits so viele Aufträge angesammelt, dass ich es kaum glauben konnte. Ich liebe es mit Menschen zu arbeiten. Ich liebe die Fotografie. Ich liebe es an meiner eigenen Sache zu arbeiten und muss mich mittlerweile selbst mal zum Abschalten zwingen, weil mir durchgehend neue Ideen kommen und ich momentan locker 15 Stunden täglich am Schreibtisch sitze, fotografiere, telefoniere oder mich sonst irgendwie mit meinem kleinen Unternehmen beschäftige. Am meisten freue ich mich auf die kommende Hochzeitssaison, zu der ich bereits so viele spannende Ideen gesammelt habe, dass du wirklich gespannt sein kannst, was hier im nächsten Jahr alles passieren wird.



Ich danke dir für dein Interesse und wenn du Fragen hast, Ideen oder Vorschläge hast, dann ruf mich gerne an!


Dein Fotograf mit dem kontraSTblick

Sascha





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